Veröffentlicht von Alexandra Rademacher • 01.07.2021

Hallo, ich bin Alexandra Rademacher und ausgebildete Hundeernährungsberaterin!

In meinem Job unterstütze ich Hundehalter beim Thema Fütterung und Gesundheit der Hunde. Diese gestaltet sich bei jedem Hund individuell, denn jeder Hund hat andere „Parameter”: ob jung oder alt, gesund oder erkrankt, sehr aktiv oder einfach gemütlich und so weiter.

Aktuell betreue ich Frau Schürmann mit ihrer Zuchthündin Laya und deren Welpen.

Mit diesem Gastbeitrag möchte ich Ihnen als zukünftige Welpenbesitzer ein paar Informationen zum Thema Fütterung mit auf den Weg geben.

Viel Spaß mit Ihren neuen Familienmitgliedern

wünscht Hundeernährungsberaterin Alexandra Rademacher!



Eine ausgewogene Ernährung der Mutter bildet die Grundlage.

Wichtig ist eine gute Grundlage!

Den wichtigsten Grundstein für eine gesunde Entwicklung der Welpen legt die Züchterin mit der gesunden Mutterhündin und der Auswahl eines gesunden Deckrüden. Mit der ausgewogenen Fütterung der Mutterhündin werden die Welpen über die Nabelschnur und nach der Geburt über die Muttermilch optimal versorgt!

Am Anfang erhalten die Welpen komplett alles über die Muttermilch. Nach ein paar Wochen, unter Beachtung der oralen Toleranz, gewöhnt die Züchterin die Welpen an einzelne Futterkomponenten.


Was ist eine orale Toleranz?

Bei der oralen Toleranz von Welpen handelt es sich um einen Teil der Entwicklung des Immunsystems. Dieses lernt „ungefährliche” Nahrungsbestandteile kennen, damit später keine allergischen Reaktionen auf diese erfolgen!

Durch einen gezielten Aufbau erfolgt dieser kontrollierte Erstkontakt mit den einzelnen Futterkomponenten also bereits bei der Züchterin!


Wie gestalte ich am besten den Übergang von der Züchterin zum neuen Zuhause?

Um den Übergang möglichst stressfrei zu gestalten, sollte der Welpe die ersten zwei Wochen im neuen Zuhause das gleiche Futter wie bei der Züchterin bekommen.

Die Veränderung der Umgebung bringt neue „Bakterien” mit sich, an die sich der Körper des Welpen erst gewöhnen muss. Auch die Trennung von der Mutter und den Wurfgeschwistern bedeuten Stress für den Welpenkörper.

Würde man zeitgleich noch das Futter umstellen, ist dies einfach zu viel. Dies kann zu Durchfall führen.

Dies wollen wir nicht und füttern aus diesem Grund erst noch das gewohnte Futter! Darum sollte man frühzeitig mit der Züchterin absprechen, was die Kleinen bekommen. Dann kann man dies rechtzeitig besorgen.


Was muss ich bei der Fütterung eines Welpen beachten?

Die Fütterung von Welpen unterscheidet sich zu der von ausgewachsenen Hunden in mehreren Punkten:

  • Die Häufigkeit: Welpen benötigen anfangs 5 − 6 Mahlzeiten am Tag. Dies reduziert sich langsam im Laufe des Wachstums.
  • Die Inhaltsstoffe: Im Wachstum haben Welpen einen anderen Bedarf an Energie, Spurenelementen, Mineralstoffen usw.

Es ist wichtig, den Welpen einen ruhigen Platz in einer ruhigen Umgebung zum Fressen zu geben. Er soll lernen sich „Zeit” zu nehmen. Andernfalls kann es passieren, dass man sich einen Hund anerzieht, der sein Futter runterschlingt, aus Angst etwas zu verpassen oder das Futter zu „verlieren”. Dies kann passieren, wenn der Welpe beim Fressen ständig von etwas abgelenkt wird. Oder er den Besitzer als Futterkonkurrent sieht, der mit am Napf steht. Bei schüchternen Welpen kann es passieren, dass diese sich nicht an den Napf trauen.

Nach dem Fressen braucht der Welpe die Möglichkeit sich zu lösen, also sein Geschäft zu verrichten. Danach ist eine Ruhephase wichtig, damit der Körper sich in Ruhe auf die Verdauung konzentrieren kann.


Um prophylaktisch auf alles vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, nicht alle Fleischquellen wild durcheinander zu füttern. Das „Freihalten” von drei Fleischsorten dient dem Grund, dass, wenn der Hund später doch einmal Allergien entwickeln sollte, man diese zur Fütterung verwenden kann. Hat der Hund in seinem Leben schon mal Kontakt damit gehabt eignen sich diese nicht mehr so einfach.

In vielen Futtermitteln und Leckerchen sind unzählige Fleischsorten gemischt. Darum gut die Deklaration durchlesen!

Wichtig ist zudem immer frisches Wasser für den Welpen zur Verfügung zu stellen. Dies immer zwischendurch anbieten und den Welpen animieren zu trinken. Wie bei kleinen Kindern. Diese vergessen das auch gerne.

Bei Trockenfutter-Fütterung Wasser zum Futter dazu geben. Ansonsten kann es dazu führen, dass das Futter unverdaut ausgeschieden wird.



Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen.

Was hat es mit der Wachstumskurve auf sich?

Wichtig ist es die körperliche Entwicklung des Welpen im Auge zu behalten. Dafür eignet sich eine Wachstumskurve.

Der Welpe sollte sich während seiner Entwicklung mit seinem Gewicht innerhalb dieser befinden. An einem festen Tag in der Woche sollte man den Welpen wiegen und in die Wachstumskurve eintragen. Das Wiegen sollte immer auf der gleichen Waage unter gleichen Bedingungen gemacht werden. Also zum Beispiel immer morgens nach dem Gassi vor dem Essen, um vergleichbare Werte zu erzielen.

Welpen werden nicht dick! Aber sie wachsen zu schnell, was ungesund ist. Es leidet die Stabilität der Knochen dadurch, was später zu Problemen des Bewegungsapparates führt.

Sollte der Welpe über die Wachstumskurve hinaus gehen, reduziert man nicht einfach nur die Menge. Man passt die Ration im Bereich Energiegehalt an. Nicht über den Wert Protein! Dies wird fälschlicherweise oft empfohlen, ist aber der falsche Weg!

Auch die weit verbreitete Meinung jungen Hunden Futter für erwachsene Hunde zu geben ist grob fahrlässig. Der wachsende Hund hat einen anderen Bedarf. Dieser muss gedeckt sein um gesund groß zu werden.



Mit Kauknochen sollte man anfangs noch zurückhaltend sein!

Was kann ich für die Zähne und das Kaubedürfnis tun?

Welpen sollte man nicht zu früh viele Kauartikel geben. Zu einem sind diese oft zu hart für die Milchzähne. Zum anderen enthalten diese viel Energie. Dies kann dann zu schnellem Wachstum führen, den wir nicht wollen.

Um das Kaubedürfnis der Kleinen zu stillen, eignen sich dann Kauspielzeuge. Gerade zur Zeit des Zahnens. Vom Verwenden von Stöckchen rate ich strikt ab. Diese splittern, was zu Verletzungen im Maul, Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt führt.


Was füttere ich meinem Welpen am besten?

Es gibt verschiedene Fütterungsmöglichkeiten für Welpen. Die bekanntesten sind:

  • Nassfutter / Dosenfutter
  • Kochen
  • Barfen
  • Trockenfutter (Achtung, bitte immer mit Wasser eingeweicht geben!)

Eine Mischfütterung aus den oben genannten Möglichkeiten ist ebenso denkbar.

Wichtig ist bei allen, dass diese zum einzelnen Hund passt.

Für die Fütterungsmöglichkeiten Kochen und Barfen empfehle ich die Unterstützung einer Hundeernährungsberaterin. Hier sind etwas mehr Kenntnisse erforderlich um eine bedarfsgerechte und ausgewogenen Ernährung für einen Welpen zusammenzustellen.


Trockenfutter sollte immer mit Wasser angeboten werden.

© Alexandra Rademacher


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